Ouvertüre in C (1793)



Im Alter von 11 Jahren kam Charles Simon Catel nach Paris und erhielt Unterricht in Musiktheorie und Komposition. Als sechzehnjähriger erlebte er die Französische Revolution. Für die Revolutionsfeierlichkeiten entstanden dann auch mehrere Kompositionen, die von der "Garde Nationale" aufgeführt wurden.

Diese 1792 entstandene "Ouvertüre in C" besitzt die ganze Charakteristik des Stils der damaligen Zeit und kann sich durchaus mit den Werken eines Méhul, Cherubini oder Gossec messen. Diese Komponisten waren berühmt die klassizistischen Fesseln abzulegen und machten den Weg zur Romantik frei. Catel selbst war ein Meister der Orchestrationskunst und hatte ein feines Gespür für neue und kühne Klangfarben. Er war es, der 1808 das Englischhorn ins Opernorchester einführte. Ferner war er einer der ersten Komponisten Frankreichs, welche Volkslieder in einem Bühnenwerk eingesetzt haben.

Die vorliegende Ouvertüre dürfte eine der reizendsten und gelungensten Kompositionen für die Blasorchester des späten 18. Jahrhunderts darstellen – der Einuss Mozarts ist dabei nicht zu übersehen. Sie ist in der Sonatenhauptsatzform komponiert, mit langsamer Einleitung. Richard Franko Goldman hat diese Ouvertüre zusammen mit Roger Smith für heutige Bläserbesetzung neu eingerichtet.
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