Symphony Nr. 4 (1993)



David Maslanka studierte am Oberlin College Conservatory Komposition bei Joseph Wood. Weitere Studien führten ihn an das Salzburger Mozarteum und schließlich graduierte er an der Michigan State University. Seit 1970 unterrichtet er an verschiedenen Schulen in New York.

Der amerikanische Komponist hat bereits über 100 Werke komponiert, darunter acht Symphonien. Seine Werke sind oft sehr komplex und spirituell inspiriert. Die Quellen für die Symphony No. 4 sind vielschichtig. Es ist möglich, die technischen Aspekte, die Konstruktionsprinzipien zu beschreiben, aber fast unmöglich, seine Seele zu beschreiben, erwähnt der Komponist in der Partitur. Die wichtigste treibende Kraft ist das spontane Auftreten eines Impulses. Ein Impuls die Schönheiten des Lebens heraus zu schreien. Maslanka fühlte diese kraftvolle Stimme der Erde besonders in seiner zweiten Heimat Montana und in Idaho.

Verschiedene Hymnen bilden das Rückgrat der Symphonie (Die Bachchoräle «Nur den lieben Gott lasst walten» und «Christus der uns selig macht»). Auch die Faszination für Abraham Lincoln hat den Komponisten in seiner Arbeit zu Symphony No. 4 beeinusst. Der amerikanische Dichter und Biograph Carl Sandburg portraitierte den amerikanischen Präsidenten Lincoln und beschrieb die Situation, als Lincoln im Grab lag und einer seiner Freunde bemerkte, Lincoln habe einen erleichterten Gesichtsausdruck. Es war der Ausdruck der absoluten Erleichterung von der unvorstellbaren Belastung erlöst zu sein. Diesen Gesichtsausdruck hatte Lincoln nur ein paar Mal im Leben. Nämlich immer dann, wenn nach einem großen Elend ein Sieg gefeiert werden konnte. Für Maslanka ist Lincoln's Leben und Sterben auch heute noch ein großes Thema. Lincoln bleibt ein Vorbild seiner Zeit. Er glaubte stets an die Einheit der menschlichen Rasse.

In seiner Komposition verwendete Maslanka christliche Symbole, weil diese sein kulturelles Erbe darstellten. Aber – so schreibt der Komponist – er habe auch versucht, zur Tiefe der universellen Menschlichkeit vor zu dringen. Einer Menschlichkeit, die nicht durch ein religiöses Etikett definiert wird.
Impressum