Machu Picchu und der Engel des Lichts


Heilbronn - Aufbauen und zerstören. Was hat das mit Musik zu tun? Die Bläserphilharmoniker unter der Leitung von Marc Lange ließ in der Harmonie gleich zum Auftakt mit der "Smetana Fanfare" von Karel Husa hören, was sie an musikalischer Energie aufbauen kann.

Die Komposition greift zwei Themen aus Smetanas "Wallensteins Lager" auf, lässt sie dynamisch drängend hochfahren, um sie mit Enthusiasmus zu zerstückeln. Bei weitem leichtfüßiger beginnt die "Suite Française" von Darius Milhaud. Französische Volksweisen standen Pate und führen die Zuhörer in fünf Sätzen durch fünf Provinzen. Mal getragen weich, mal quirlig. Ein bunter Wechsel zwischen Holz- und Blechbläsern, unterstützt von Schlaginstrumenten.

Hohes Niveau

In den "Canticles", den Lobgesängen, von Johan de Meij entlockt Thilo Volz, Solo-Debütant, seiner Bassposaune alle stimmlichen Möglichkeiten, zeigt aber auch Einklang mit dem auf hohem Niveau agierenden Orchester.

Kraftvoll aufgewühlt und lyrisch melodiös in zwei verschiedenen Schattierungen geht es mit der "Overture Jubiloso" von Frank Erickson nach der Pause weiter. In Frank Tichelis "Angel In The Architecture", europäische Erstaufführung, beginnt der Engel des Lichts mit Gesang. Die klare, weiche Stimme von Tabea Schmidt erinnert ein bisschen an Mystisches. Instrumental interpretierte Darstellungen des Lichts mit Melodien unterschiedlicher religiöser Herkunft symbolisieren Frieden, Hoffnung und Liebe.

Gegenpol

Dem Guten folgt der Gegenpol. Die beiden bekämpfen sich in einem fünfteiligen Rondo "Licht - Dunkel - Licht - Dunkel - Licht" mit Pauken und Trompeten. Unsichtbare Mächte beben und grollen. Der Kampf ebbt ab, lässt Raum für einen abschließenden tröstenden Gesang des Engels. Doch ein Schatten tönt aus der Ferne. Und schon zieht der Mythos des Machu Picchu ein, "City In The Sky - The Mystery Of The Hidden Sun Temple" von Satoshi Yagisawa. Ein prasselndes Feuerwerk der Bläser versetzt die Zuhörer in die goldene Anden-Stadt Cuzco. Bedrohlich tun sich musikalisch Abgründe auf. Das Zerstörerische einer Invasion stürzt klanggewaltig in den Raum. Begeisterter Beifall.

Das Konzert wird am Samstag, 19.30 Uhr, in der Kochana Oedheim wiederholt.


Autor: Rosa Speidel (Hst); Veröffentlicht am: 07.05.2010; Link: http://www.stimme.de/heilbronn/kultur/sonstige;art11930,1835497

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