Brillantes Klang-Feuerwerk


Bläserphilharmonie Heilbronn überzeugt in der Kochana

Der Blick ins Programm lässt erstaunen. Drei äußerst unterschiedliche Werke versprechen einen abwechslungsreichen Konzertgenuss, stellen höchste Anforderungen an die jungen Bläser. Doch Marc Lange weiß, welches technische Niveau er von seinen Musikern erwarten kann, dass nach nur zwei Probenphasen eine in jeder Hinsicht stimmige Interpretation erreicht wird, die das Publikum in der Kochana zu Beifall animieren muss.
Schon die "Festliche Ouvertüre" von Schostakowitsch begeistert als brillantes Klang-Feuerwerk. Ein präzises Dirigat induziert prägnantes wie differenziertes Musizieren, ein gut balanciertes Miteinander aller Register, fein erarbeitete Details.
Um Martin Glücks warmen innigen Flötenton nicht zu erdrücken, begleitet ihn bei Jules Mouquets "La Flute de Pan" ein deutlich reduzierter Bläsersatz. Und die innigen impressionistischen Stimmungsbilder, Glücks virtuoses Erzählen, begeistern nicht nur die Zuhörer, regen sogar die Vögel im Park zum Dialogisieren an. Wunderbar, dass der Flötist nach dem wilden Nymphentanz die ruhige Klage von Claude Debussys "Syrinx" perfekt zugibt. James Barnes "Tragische Sinfonie" fordert nicht nur alle Register zu vollem Einsatz, sie bietet auch den Stimmführern Gelegenheit, solistisch ihr Können zu demonstrieren. Mit höchster Konzentration werden auch die kniffligen Taktwechsel des ersten Satzes lässig gemeistert, erklingt in markantem Rhythmus der Totentanz des zweiten, blühen - wunderbar besonders im Cello - die Visionen des dritten Satzes auf.
Doch wenn im furiosen Schlusssatz das Sextett der Schalgzeuger perfekt choreographiertes Ballett zeigt, wenn choralgestützter Jubel aller Klage weicht, springt die Begeisterung endgültig über.


Autor: Ulrich Enzel; Veröffentlicht am: 11.05.2015

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