Eine Klasse für sich


Mit einem in jeder Hinsicht einzigartigen Konzert verwöhnte die Heilbronner Bläserphilharmonie die leider nicht sehr zahlreichen Konzertbesucher im Offenauer Kulturforum Saline. Sowohl das Programm mit Werken neuerer japanischer und amerikanischer Komponisten und George Gershwins "Rhapsodie in Blue" als auch die virtuosen Leistungen des überwiegend sehr jungen Orchesters überzeugten die Zuhörer komplett.
"Danke Marc Lange" diese förmliche Adresse von Bürgermeister Michael Folk nach dem letzten Applaus und vor der Zugabe war dem Publikum aus dem Herzen gesprochen. Schließlich ist der Heilbronner Dirigent der Geburtshelfer und engagierte Leiter dieses überragenden Klangkörpers. Seinem Aufruf an die Könner in Holz und Blech fiel vor zwei Jahren auf fruchtbaren Boden, denn was die rund 50 Musiker als Ergebnis von zwei konzentrierten Probenwochenenden präsentierten, hätte sicher mehr Musikliebhabern Freude bereitet, darin waren sich die Kenner einig, die sich den hoffentlich ersten einer Reihe von Auftritten in Offenau gegönnt hatten. Die Einladung der Gemeinde ausgesprochen hatte die Kulturbeauftragte Alexandra Haag, die über das nötige Händchen und die Verbindungen zu erstklassigen Musikern verfügt.
Schon das erste Stück entführte die etwa 60 Zuhörer in die lautmalerische Darstellung von Wolkenbildern des Japaners Tetsunosuke Kushida. Auch in den "Wehklagen des Erzengel Michael" von Gemba Fujita geht es darum, die japanische Tonsprache in westlich - symphonischer Art umzusetzen. Die teilweise sehr überraschenden sphärischen Klänge schildern dabei zum einen das Wehklagen Michaels beim Kampf gegen das Böse und zum anderen die Hoffnung und Sehnsucht nach einer friedvollen, besseren und schöneren Welt. Herausragend war hier Eva Baur mit einem überragenden Solo an der Piccolo Flöte. Mit gregorianischen Gesängen eröffneten die männlichen Musiker dann Yashuhide Itos "Gloriosa", die Synthese japanischer Volksmusik und traditioneller Kirchenmusik.
Im zweiten Teil zelebrierten die Musiker zunächst "Tears" des Amerikaners David Maslanka. Mit speziellen Klängen, komplizierten Rhythmen und großen Spannungsbögen erzählt er von der Zerstörung der afrikanischen Kultur durch die europäischen Eindringlinge. Das Standardwerk des symphonischen Jazz, Gershwins "Rhapsody in Blue" bildete dann den strahlenden Schluss des Programms. Hier war das Orchester in langen Phasen zur Untätigkeit bestimmt und lauschte ebenso gebannt wie die Zuhörer dem glänzenden Klavier - Solopart Johannes Mittls.
Wer so viel Können und Engagement miterlebt hat, muss kein Prophet sein um der Heilbronner Bäserphilharmonie eine großartige Zukunft vorherzusagen.


Autor: Peter Klotz (Amtsblatt Offenau, HSt); Veröffentlicht am: 30.07.2005; Link: http://www.offenau.de/

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