Aurora Awakes



John Mackey machte seinen Abschluss an der Julliard School und studierte zudem am Cleveland Institute of Music bei John Corigliano und Donald Erb. Er bekam Empfehlungen von vielen renommierten amerikanischen Orchestern. Sein Posaunenkonzert "Harvest", das er für die New York Philharmonic schrieb, wurde
weltweit aufgeführt.

Mackey hat diverse Auftragskompositionen verfasst und bekam zweimal den ABA/Ostwald Preis – einmal für den "Redline
Tango" und für das heute aufgeführte Stück "Aurora Awakes", welches außerdem auch den Revelli Preis gewann. Er wurde 2013 in die American Bandmasters Association aufgenommen und lebt derzeit in Cambridge, Massachusetts.

Aurora Awakes hatte Weltpremiere am 8. Mai 2009. Angeregt wurde Mackey zu dem Stück durch folgende Verse Vergils aus der Aeneis:
"Schon von dem Safranpfühl des Tithonos erhob sich soeben Aurora und streut‘ aufs neu ihr Licht aus über die Länder.
Und wie die Fürstin die weiß vorrückenden Strahlen vom Wartturm
sieht und die Flott‘ auf der Fahrt mit gleich hinschwebenden Segeln..."
Vergil: Aeneis, Buch IV, 584-587 Das Stück beschreibt musikalisch das allmorgendliche Licht-Werden. Dies erfolgt in zwei großen Abschnitten, durch die das Werk von bemerkenswerter Stille bis zu einer wahren Explosion von Energie – von Dunkelheit zu Licht - voranschreitet.

Wenngleich Mackey in der Regel von Zitaten aus anderen Werken absieht, so ist erwähnenswert, dass er sich hier einige Andeutungen erlaubt hat: Der Beginn des zweiten Abschnittes wird von einem Ostinato untermalt, das auf dem Gitarren-Riff des U2-
Hits "Where the streets have no name" basiert. Dieses wurde von
Mackey in die ewigen Repetitionen des Schlagzeugs und des
Klaviers verwandelt. Das zweite Zitat stammt aus Gustav Holsts
"First Suite in Es-Dur". Deren Schlussakkord der "Chaconne"
findet sich bei Mackey in exakt der gleichen Besetzung wieder als
Schlussklang des Werkes.