Baron Cimetieres Mambo



Donald Grantham (*1947) hatte bereits früh einen Bezug zur Musik: Unter Anleitung seines Bruders begann er mit acht Jahren mit Klavierstunden und nur zwei Jahre später als Trompeter in der
Schulband. Ab 1965 studierte er Musiktheorie und Komposition, was ihn in Kontakt zu Nadia Boulanger brachte, die ihn stark beeinflusste. Sie unterrichte auch Größen wie Aaron Copland und
Elliot Carter. Granthams Baron Cimetièreʼs Mambo (2003) wurde oft
kritisiert, erhielt aber dadurch viel Aufmerksamkeit in den ganzen USA. Die Komposition nimmt den Zuhörer durch ihren Latin-Jazz-Stil sofort mit, bevor er unterbrochen wird durch einen sardonischen, stattlichen Tanz.
Grantham, der sich auf die Klangfarben des Bläserensembles
mit lateinischer Perkussion konzentriert, fängt unser Interesse
mit den Haitianischen Voodoo-Geistern Baron Cimetière und Baron Samedi. Er selbst schreibt dazu:
"Viele meiner Arbeiten haben ein programmatisches Element oder
sind irgendwie inspiriert von vergangenen Lektüren, die ich
überzeugend gefunden habe ... [in Baron Cimetière's Mambo] kamen
eine Reihe von außermusikalischen Faktoren ins Spiel ... von Anfang an schien die Komposition einen dunklen, finsteren Charakter zu haben. Dies suggerierte, eine stark verzerrte Version des Dies Irae aufzunehmen — etwas, was sonst in dem Stück nicht vorgekommen wäre."
Der Mambo präsentiert sich in fast schon stereotyper Art: Ein Upbeat sowie ein vordergründig rhythmischer Tanz, der die standard-Latin-Perkussion und klassischen Blechbläser-Sound nutzt. Die Idee von Rhythmus, Energie und Instrumentation gepaart mit der Inspiration des Vodoo setzte den Rahmen für die Komposition.
Im Mambo stehen auf der Basis eines Grundakkordes lineare und harmonische Thematik gleichberechtigt nebeneinander.
Durch einen steten Wechsel beider Themen wird ein Drang nach vorne entwickelt, der durch zunehmende Instrumentierung seinem Höhepunkt zustrebt, dem Takt 188, wo das neue Thema "Dies irae" sich mit dem zweiten Teil überlagert.
Dadurch wird der Mambo zu einem herausfordernden und kreativen
Stück für jedes Ensemble.