Bläser haben in Stuttgart gepunktet


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Heilbronner überzeugten mit einem runden und warmen Orchesterklang

Mit "Il judizio universale" von Camille de Nardis eröffnete die erst wenige Jahre bestehende Bläserphilharmonie Heilbronn ihr Konzert am Samstagabend und überraschte vom ersten Moment an mit einem runden und warmen Orchesterklang, der gleichzeitig auf Grund der überwiegend solistischen Besetzung stets transparent erschien. Mit der Uraufführung der von WASBE-Mitgliedern finanzierten und speziell für das Bläserforum geschaffenen Auftragskomposition "Sinfonietta" von Axel Ruoff hatte man dem Orchester eine besondere Aufgabe anvertraut. Das Werk des Stuttgarter Kompositions-Professors hob sich wohltuend vom gewohnten Blasorchesterklang ab durch die konsequente Wahl der kompositorischen Mittel.
Zarte Soli in Flöte und Englischhorn sowie das die Farbpalette erweiternde Orchesterklavier prägten den besonders überzeugenden Beginn. Mit Edward Gregsons "Tuba Concerto" folgte eine Komposition, die vom Orchester und vom Solisten zwar durchweg respektabel gespielt wurde, jedoch im Schlußsatz ihre stilistische Einheitlichkeit einbüßte. Die großangelegte fünfsätzige Sinfonie "Save the Sea", komponiert von Frigyes Hidas, bestimmte die zweite Konzerthälfte. Orchesterleiter Marc Lange spornte seine Bläserphilharmonie mit großen Gesten an, setzte auf Risikobereitschaft und erzielte trotz kleinster spieltechnischer Mängel ein überzeugendes Ergebnis: Es entstand ein opulentes, nahezu spätromantisches Klanggewand.
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Quelle: Musik zum Lesen, Ausgabe 04/07, S. 24f


Autor: Alexander Beer (MzL); Veröffentlicht am: 01.04.2007; Link: http://www.musik-zum-lesen.de/

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