Flottes Debüt mit Trommeln und Triangeln


Ein mitreißender Auftakt: Premiere der Bläser Philharmonie Heilbronn in der Städtischen Musikschule

Marc Lange, Dirigent und Musikpädagoge, freut sich über den "randvollen Saal" in der Städtischen Musikschule und skizziert kurz die Zielsetzung der frisch gebackenen Bläser Philharmonie Heilbronn.
Die Musiker wollen sich der Originalmusik für Holz- und Blechbläser widmen. Mit Kompositionen von Camille Saint-Saens (1835-1921), Vincent Persichetti (1915-1987), Carl Maria von Weber (1786-1826), Boris Aaron Copland (1900-1990), Antonin Dvorak (1841-1904) und Boris Koschevnikow (1906-1985) bietet das Programm einen vielschichtigen Querschnitt der Musikliteratur und löst bis auf die Ausnahme von Weber die Zielsetzung ein.
Der Abend beginnt mit "Occident et Orient" op. 25 von Saint-Saens. Ein geeigneter Einstieg für Spieler wie Zuhörer, zum einen als Schnittstelle von Weberscher Romantik und amerikanischer Moderne, wie Persichettis auf- und abschwellendem Freudengesang "Psalm for Band" und Coplands heiter trottendem "Red Pony".
Bei Saint-Saens verschmelzen abendländisch kräftige Rhythmen mit orientalisch anmutender Pentatonik. In Anlehnung an osmanische Janitscharenkapellen kommen einzelne Instrumente wie Oboe, Trommel und Triangel zum Tragen, die sich abwechselnd der Klangfülle des ganzen Blasorchesters fügen.
Höhepunkt ist das Concertino für Klarinette des Freischützkomponisten. Florian Schellhaas, Preisträger beim Landeswettbewerb Jugend Musiziert 2003, bringt tiefe, dunkel klingende Register ebenso stimmungsvoll zum Einsatz, wie prächtig auftrumpfende oder zart zurückgenommene Klänge.
Im zweiten, slawischen Teil stellt Lange das Concertino Bläserensemble vor, die Keimzelle der großen Besetzung. Dvoraks Serenade in d-Moll bringt das neunköpfige Ensemble, das ausschließlich aus ambitionierten Laienmusikern besteht, an die Grenzen. Zum Finale Koschevnikows Sinfonie Nr.3 noch einmal die ganze Bläsergemeinde zusammen. Ein mitreißender Ausklang und eine reife Premierenleistung. Riesenapplaus.


Autor: Leonore Welzin (HSt); Veröffentlicht am: 01.10.2003; Link: http://www.stimme.de

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